
Mitte Mai berichteten wir zuletzt vom Danish International Swim Cup in Esbjerg. Was damals bereits nach einem starken Saisonverlauf aussah, entwickelte sich in den folgenden Wochen zu einem besonderen Sommer für den SSV Leutzsch: Vier unserer Nachwuchsschwimmerinnen und -schwimmer qualifizierten sich für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin, alle vier erreichten dort ein Finale. Gleichzeitig waren Leutzschlinge bei Meisterschaften und Freiwasserwettkämpfen von Gera bis zum Stotternheimer See erfolgreich unterwegs. Und für Hardy Frank führte der Weg anschließend noch weiter – über die Jugendnationalmannschaft, Mallorca und ungewöhnliche Trainingswochen in Frankreich bis zum internationalen Podium in Ljubljana.
Vier Leutzschlinge auf Deutschlands größter Nachwuchsbühne
Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften sind für junge Schwimmerinnen und Schwimmer das höchste nationale Wettkampfniveau ihrer jeweiligen Altersklasse. Allein die Qualifikation bedeutet, sich über Monate hinweg gegen die stärksten Nachwuchsathleten Deutschlands behauptet zu haben.
Für den SSV Leutzsch hatten sich in diesem Jahr gleich vier Aktive qualifiziert: Clara Engel, Matvey Leontyev, Yakiv Khrushch und Hardy Frank.
Damit war bereits vor der Reise nach Berlin ein wichtiger Entwicklungsschritt erreicht. Doch das Team hatte sich mehr vorgenommen. Das gemeinsame Ziel war klar: Jeder unserer vier Starter sollte mindestens einmal den Sprung in ein Finale schaffen.
Am Ende gelang genau das.
Vier Athleten. Vier Finalisten. Sieben Finalteilnahmen und zwei Medaillen.
Ein Ergebnis, das vor allem die Entwicklung der gesamten Gruppe sichtbar machte.
Clara Engel mitten in der deutschen Spitze
Clara Engel, Jahrgang 2011, hatte sich über die Bruststrecken für Berlin qualifiziert. Über 50 Meter Brust gelang ihr bereits im Vorlauf souverän der Einzug in das Jahrgangsfinale. Dort bestätigte sie ihre Leistung und schwamm in 34,01 Sekunden auf Platz sechs in Deutschland.
Damit erreichte auch Clara das gemeinsam formulierte Ziel und zeigte, dass sie sich auf ihrer stärksten Strecke inzwischen fest im Kreis der nationalen Jahrgangsspitze bewegt.
Matvey Leontyev bis auf Rang vier nach vorn
Einen besonders starken Wettkampf zeigte Matvey Leontyev.
Über 200 Meter Rücken qualifizierte er sich für das Finale und belegte dort in 2:15,08 Minuten Rang acht.
Noch stärker wurde sein Auftritt über 100 Meter Rücken. Matvey war mit der 13.-besten Meldezeit seines Jahrgangs nach Berlin gereist. Im Finale steigerte er sich schließlich auf 1:01,00 Minute und einen hervorragenden vierten Platz – nur eine Position vom Podium entfernt.
Gerade dieser Sprung nach vorn zeigte eindrucksvoll, welche Entwicklung innerhalb einer einzigen Meisterschaft möglich ist.
Yakiv Khrushch bestätigt seinen Platz im Finale
Für Yakiv Khrushch, Jahrgang 2012, war Berlin die nächste Bestätigung seiner Entwicklung auf den längeren und vielseitigen Strecken.
Über 400 Meter Lagen erreichte er erneut das Finale der besten Nachwuchsschwimmer seines Jahrgangs. Dort belegte er in 5:04,96 Minuten Platz sieben.
Schon im Vorjahr hatte Yakiv bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften ein Finale erreicht. Dass ihm dies erneut gelang, unterstreicht die Kontinuität seiner Entwicklung.
Zwei Medaillen für Hardy Frank
Auch Hardy Frank erreichte das gemeinsame Teamziel gleich mehrfach.
Über 100 Meter Freistil zog er ins Finale ein und belegte dort in 53,93 Sekunden Platz fünf.
Am letzten Wettkampftag folgten dann zwei Medaillen innerhalb weniger Stunden.
Zunächst schwamm Hardy über 100 Meter Schmetterling in 58,12 Sekunden zu Bronze.
Im abschließenden Finale über 50 Meter Freistil entwickelte sich anschließend eines der engsten Rennen der Meisterschaften. Hardy lieferte sich mit Jannis Kube von den Wasserfreunden Spandau 04 ein Duell bis zum Anschlag. Kube gewann in 24,06 Sekunden, Hardy schlug nur acht Hundertstelsekunden später in 24,14 Sekunden an und wurde Deutscher Jahrgangsvizemeister.
Für den SSV Leutzsch standen damit am Ende der Meisterschaft zwei Medaillen – vor allem aber das vielleicht noch wichtigere Mannschaftsergebnis:
Alle vier qualifizierten Leutzschlinge hatten ein Finale erreicht.
Auch am Stützpunkt bleiben Leutzschlinge erfolgreich
Zur Entwicklung des SSV Leutzsch gehören auch jene jungen Sportlerinnen und Sportler, deren Weg inzwischen über die SSG Leipzig und das Training am Landesstützpunkt führt. Auch sie haben ihre sportlichen Grundlagen in unserem Verein gelegt und bleiben Teil unserer Leutzscher Geschichte.
Schon eine Woche vor den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften sorgte Hanna Leonhardt bei den Deutschen Meisterschaften im Schwimmerischen Mehrkampf für eines der herausragenden Leipziger Nachwuchsergebnisse des Sommers. Über 100 Meter Brust stellte sie mit 1:14,44 Minuten einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf und gewann zudem die Brust-Kombinationswertung ihres Jahrgangs.
Nur wenig später folgten bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften weitere Titel für Leutzschlinge, die inzwischen für die SSG Leipzig an den Start gehen. Mika Leonhardt wurde Deutscher Jahrgangsmeister über 200 Meter Schmetterling. Helena-Sophie Haupt gewann den deutschen Jahrgangsmeistertitel über 50 Meter Rücken.
Diese Erfolge gehören für uns ausdrücklich mit zu diesem Sommer. Sie zeigen zugleich, dass Nachwuchsentwicklung nicht an Vereinsgrenzen endet: Der SSV Leutzsch legt Grundlagen, begleitet junge Sportler auf ihren ersten Schritten und freut sich auch dann über ihre Entwicklung, wenn ihr weiterer leistungsorientierter Weg später am Landesstützpunkt und unter dem Dach der SSG Leipzig fortgesetzt wird.
Einmal Leutzschling – immer Leutzschling.
Von Gera bis ins Freiwasser: ein Sommer mit vielen Leutzscher Erfolgen
Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften waren der Höhepunkt für unser Nachwuchsteam – aber längst nicht der einzige Wettkampf, bei dem Leutzschlinge in diesem Sommer auf sich aufmerksam machten.
Bei den Offenen Thüringer Meisterschaften in Gera zeigte sich die Breite unserer Mannschaft besonders deutlich. Nachwuchs, Jugend und Erwachsene nutzten den Wettkampf für starke Rennen, Finalteilnahmen und zahlreiche vordere Platzierungen. Richard Plewa überzeugte dabei mit mehreren Jahrgangssiegen und Erfolgen bis hinein in die offenen Wertungen. Auch Valentin Plewa zeigte seine Entwicklung mit starken Rennen und Erfolgen im Nachwuchsbereich. Jan Beyer schwamm mehrfach weit nach vorn und Florian Plewa sorgte ebenfalls für offene Thüringer Meistertitel.
Parallel verlagerte sich ein Teil des Leutzscher Wettkampfsommers aus der Schwimmhalle hinaus ins Freiwasser.
Beim Sonnenwendschwimmen und beim Mondseeschwimmen standen nicht nur Zeiten und Platzierungen im Mittelpunkt, sondern auch das, was den Freiwassersport ausmacht: Orientierung, Ausdauer, wechselnde Bedingungen – und die besondere Atmosphäre eines Wettkampfs außerhalb der gewohnten Bahnen.
Auch unsere Masters blieben während der Sommermonate sportlich aktiv. Bei den Deutschen Masters-Meisterschaften über die kurzen Strecken in Gera ging es auf nationaler Ebene um Titel, Platzierungen und schnelle Zeiten – zugleich aber auch darum, dass leistungsorientiertes Schwimmen beim SSV Leutzsch nicht mit dem Jugendalter endet.
Wie stark diese Verbindung zwischen Leistung, Freude am Sport und langjähriger Begeisterung für das Schwimmen sein kann, zeigte sich wenige Wochen später noch einmal beim 39. Langstreckenschwimmen im Stotternheimer See.
Alisa Fatum-Böker gewann dort über 1, 2 und 5 Kilometer jeweils die Gesamtwertung – und war auf allen drei Strecken sogar schneller als der jeweils schnellste Mann. Pia-Mareike Heyne machte den Leutzscher Doppelerfolg über 2 und 5 Kilometer perfekt und belegte jeweils direkt hinter Alisa Rang zwei der Gesamtwertung. Beide gewannen zudem ihre jeweiligen Altersklassen.
Damit gingen über 2 und 5 Kilometer die beiden schnellsten Zeiten des gesamten Teilnehmerfeldes an zwei Leutzscherinnen.
So unterschiedlich diese Wettkämpfe auch waren – sie zeigten gemeinsam, was unseren Verein ausmacht: Nachwuchs und Masters, Becken und Freiwasser, ambitionierter Wettkampfsport und lebenslange Freude an Bewegung.

Aus Berlin in die Jugendnationalmannschaft
Für Hardy war mit den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften die Saison allerdings noch nicht beendet.
Nach seinen Leistungen in Berlin und seiner weiteren Entwicklung folgte die Berufung in die deutsche Jugendnationalmannschaft für das Central European Countries Junior Meeting, kurz CECJM, in Ljubljana.
Damit begann für ihn ein neuer Abschnitt.
Aus vielen Athleten, gegen die er wenige Wochen zuvor noch bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften geschwommen war, wurden nun Teamkollegen.
Mallorca: Vorbereitung mit dem deutschen Nachwuchsteam
Ende Juni ging es zunächst zum Trainingslager der deutschen Nachwuchsnationalmannschaft nach Mallorca.
Für Hardy bedeutete das nicht nur intensive Trainingsarbeit. Es ging auch darum, sich in einer neuen Mannschaft zurechtzufinden, neue Trainer kennenzulernen und mit einigen der stärksten Nachwuchsschwimmer Deutschlands gemeinsam zu trainieren.
Gerade mit Jannis Kube, Julian Petras und Hannes Petzold wuchs in diesen Wochen eine Verbindung, die längst über das gemeinsame Schwimmen hinausging.
Aus Konkurrenten wurden Trainingspartner. Aus Trainingspartnern wurden Freunde.
Frankreich: Training unter ungewöhnlichen Bedingungen
Nach Mallorca ging die Vorbereitung auf Ljubljana unter deutlich ungewöhnlicheren Bedingungen weiter.
Während eines Familienurlaubs an der französischen Atlantikküste trainierte Hardy knapp zwei Wochen im Schwimmbecken eines Campingplatzes – ausschließlich während des normalen öffentlichen Badebetriebs.
Keine perfekte Trainingsumgebung, kein Leistungszentrum, kein abgesperrtes Wettkampfbecken.
Aber Wasser war da.
Also wurde trainiert.
Auch diese Tage gehören zu diesem Sommer: Lösungen finden, improvisieren und den eigenen Weg konsequent weitergehen.
Ljubljana: erstmals mit dem Bundesadler auf der Brust
Mitte Juli folgte schließlich der erste internationale Einsatz für Deutschland.
Beim CECJM in Ljubljana startete Hardy sowohl über 50 und 100 Meter Freistil als auch in mehreren Staffeln. Und aus dem Nationalmannschaftsdebüt wurde unmittelbar ein außergewöhnlich erfolgreiches Wochenende.
Mit Hannes Petzold, Jannis Kube und Theodor Büscher gewann Hardy Gold in der 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel.
In der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel folgte gemeinsam mit Jannis Kube, Paul Kiehl und Julian Petras Silber.
Und gemeinsam mit Jannis Kube, Anna Forsbach und Anna Franziska Hunger von der SSG Leipzig kam in der 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel Mixed noch Bronze hinzu.
Damit brachte Hardy von seinem ersten Wettkampf für Deutschland gleich einen kompletten Medaillensatz mit nach Leipzig.
Auch in den Einzelrennen behauptete er sich gegen die stärksten Nachwuchsschwimmer Mitteleuropas. Über 50 und 100 Meter Freistil erreichte er jeweils Platz sechs.
Besonders bemerkenswert war dabei nicht nur, dass Hardy in allen drei deutschen Staffeln eingesetzt wurde, sondern auch wo: Als Startschwimmer oder als Schlussschwimmer übernahm er jeweils die größtmögliche Verantwortung innerhalb einer Staffel.
Diese Rolle hatte er sich im Verlauf des Meetings selbst erschwommen. Über zwei Wettkampftage absolvierte Hardy fünf 100-Meter-Freistil-Rennen – in Einzel- und Staffelwettbewerben – und konnte sein Leistungsniveau dabei nicht nur enorm steigern, sondern Rennen für Rennen stabil abrufen.
Dass diese Entwicklung und insbesondere seine Konstanz unter Wettkampfdruck den Verantwortlichen nicht entgingen, zeigte sich nicht nur an den Staffeleinsätzen. Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense hatte Hardy bereits zuvor als „absolutes Bewegungstalent“ beschrieben. Nach seinen jüngsten Eindrücken hob er zudem eine weitere Qualität hervor: Hardy sei „im Kopf brutal stark“.
In Ljubljana schwamm sich Hardy damit über 100 Meter Freistil innerhalb des deutschen Teams ganz nach vorn. Aus seinem ersten Einsatz für die Jugendnationalmannschaft wurde so nicht nur ein Wochenende mit drei Medaillen, sondern auch ein weiterer deutlicher Entwicklungsschritt.













Ein Sommer, der mehr erzählt als Medaillen
Natürlich bleiben am Ende Zahlen.
Vier Leutzschlinge bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften.
Sieben Finalteilnahmen.
Ein vierter Platz.
Zwei DJM-Medaillen.
Ein deutscher Altersklassenrekord.
Weitere deutsche Jahrgangsmeistertitel von Leutzschlingen, deren Weg inzwischen am Landesstützpunkt weitergeht.
Erfolge bei den Thüringer Meisterschaften.
Masters auf nationaler Bühne.
Kilometer im Freiwasser.
Und wenige Wochen später Gold, Silber und Bronze mit der deutschen Jugendnationalmannschaft.
Aber dieser Sommer erzählt noch etwas anderes.
Clara, Matvey, Yakiv und Hardy haben auf unterschiedliche Weise gezeigt, dass sie auf dem höchsten nationalen Wettkampfniveau ihrer Altersklassen angekommen sind. Jeder mit anderen Stärken, auf anderen Strecken und mit einem eigenen Entwicklungstempo.
Hanna, Mika und Helena-Sophie zeigen zugleich, dass diese Entwicklung weitergehen kann, auch wenn sich Trainingsgruppen, Vereinsstrukturen und sportliche Wege verändern.
Unsere Erwachsenen und Masters wiederum machen sichtbar, dass sportliche Entwicklung nicht mit einem bestimmten Alter endet. Sie kann sich verändern, neue Ziele finden, vom Becken ins Freiwasser führen – und über viele Jahre Freude am Wettkampf erhalten.
Genau deshalb war das wichtigste Ergebnis der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vielleicht gar keine einzelne Platzierung.
Das Ziel lautete: alle vier ins Finale.
Und alle vier haben es geschafft.
Dass einer von ihnen wenige Wochen später erstmals den Bundesadler auf der Brust trug und auf internationaler Bühne drei Medaillen gewann, ist ein weiterer außergewöhnlicher Schritt auf diesem Weg.
Für uns als SSV Leutzsch ist all das Teil derselben Geschichte: die Entwicklung des Einzelnen und die Entwicklung einer Gemeinschaft, in der Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam trainieren, voneinander lernen, ihre eigenen Ziele verfolgen – und immer wieder neue Wege finden.
Inzwischen hat die neue Saison begonnen. Jüngere Sportlerinnen und Sportler sind nachgerückt, die Gruppen finden neu zusammen und die nächsten Ziele liegen vor uns.
Der Weg geht weiter.
Trainieren. Lachen. Wachsen. 🖤💛
