SSV Leutzsch überzeugt beim Danish International Swim Cup in Esbjerg

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Großes internationales Teilnehmerfeld und besondere Atmosphäre

Ein außergewöhnliches Wochenende liegt hinter den Schwimmerinnen und Schwimmern des SSV Leutzsch: Beim 27. Danish International Swim Cup in Esbjerg, einem der größten internationalen Schwimmwettkämpfe der Welt, präsentierte sich das Team in beeindruckender Form. Über 1.500 Athletinnen und Athleten aus zahlreichen Nationen gingen an den Start und absolvierten von Freitag bis Sonntag mehr als 10.000 Starts – eine Kulisse, die ihresgleichen sucht. Die Organisation und Atmosphäre der Veranstaltung waren einmalig und schufen den perfekten Rahmen für starke Leistungen im Wasser. Der Wettkampf, bei dem in der Vergangenheit sogar Mitglieder der dänischen Königsfamilie zu Gast waren, entwickelte sich auch für das Team aus Leipzig zu einem ganz besonderen Erlebnis.


Besondere Bedingungen – starke Leistungen

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – einer langen Anreise, Übernachtungen auf Luftmatratzen in einer dänischen Schule und entsprechend kurzen sowie unruhigen Nächten – zeigten die Sportlerinnen und Sportler des SSV Leutzsch bemerkenswerte Leistungen. Hinzu kam, dass mit den anstehenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der eigentliche Saisonhöhepunkt noch bevorsteht, wodurch eine perfekte Wettkampfvorbereitung nur eingeschränkt möglich war. Umso beeindruckender war die Entwicklung, die das Team an diesem Wochenende zeigte. Alle Athletinnen und Athleten konnten sich im internationalen Feld behaupten und deutliche Leistungssteigerungen erzielen.


Teamgeist als Schlüssel

Besonders hervorzuheben ist der außergewöhnliche Teamgeist: Obwohl der SSV Leutzsch nicht zu den größten Mannschaften zählte, fiel das Team sowohl im Wasser als auch am Beckenrand auf. Mit lautstarker Unterstützung, gegenseitigem Anfeuern und echtem Zusammenhalt wuchs die Mannschaft während des Wettkampfes noch enger zusammen. Auch sportlich wusste das Team zu überzeugen: Es wurden nahezu ausschließlich Bestzeiten geschwommen, zahlreiche Medaillen gewonnen und viele Finalteilnahmen erreicht – ein klares Zeichen für die aktuell starke Form der Leutzscher Schwimmerinnen und Schwimmer und die deutliche Entwicklung, die das Team im Vergleich zum Vorjahr genommen hat. Diese Entwicklung ist insbesondere auch der engagierten Arbeit des Trainerteams um Nils Kricke und Ramon Klenz zuzuschreiben.


Herausragende Einzelleistungen

Allen voran überzeugte Ramon Klenz bei einem kurzfristigen Comeback aus der „Schwimmer-Rente“. Der international erfahrene Athlet, langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, deutscher Rekordhalter und Vize-Europameister, der gleichzeitig auch als Trainer tätig ist, beeindruckte nicht nur seine Schützlinge, sondern auch die Konkurrenz. Er siegte über 100 Meter Lagen sowie über 25 und 100 Meter Freistil und stellte über 100 Meter Freistil in starken 49,12 Sekunden die punktbeste Leistung des gesamten Wettkampfes auf. Auf die Frage, woher er diese Leistung aktuell nehme, antwortete er, dass er das Schwimmen heute im Vergleich zu früher einfach mehr genieße und nicht mehr ausschließlich die Ergebnisse im Kopf habe. „Wenn ich heute trainiere, mache ich das, weil es mir danach besser geht als vorher und es mich einfach glücklich macht“, so Klenz. Diese Haltung wolle er auch an seine Sportler weitergeben und ihnen vermitteln, den Sport bewusster zu erleben und zu genießen. Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu, dass er am Sonntagnachmittag vor dem 100-Meter-Freistil-Finale eigentlich schon mit dem Gedanken gespielt habe, nicht mehr anzutreten, da die Kräfte nach einem langen Wettkampfwochenende nahezu aufgebraucht waren. „Aber für die Jungs am Beckenrand habe ich es dann doch noch einmal gemacht“, erklärte Klenz.


Belastbarkeit und Rekorde: Hardy Frank

Hardy Frank gelang es in seiner Altersklasse, beide Sonderwertungen für sich zu entscheiden: Er sicherte sich sowohl die punktbeste Einzelleistung des gesamten Wettkampfes in seiner Altersklasse als auch die höchste Punktzahl über alle 25-Meter-Wettbewerbe hinweg. Seine herausragende Gesamtleistung erzielte er über 100 Meter Freistil in 53,00 Sekunden, was gleichzeitig den Meeting-Rekord in seiner Altersklasse bedeutete. Zudem stellte er über 50 Meter Freistil in 23,89 Sekunden einen weiteren Meeting-Rekord auf. Über die 25 Meter Freistil schwamm er in 11,18 Sekunden nur vier Hundertstel am Meeting-Rekord vorbei und sicherte sich damit die punktbeste Leistung seiner Altersklasse über die Sprintdistanz. Besonders bemerkenswert: Seine beste Gesamtleistung über 100 Meter Freistil gelang ihm ausgerechnet in seinem 18. Start an diesem Wochenende – ein eindrucksvoller Beleg für seine außergewöhnliche Belastbarkeit und Wettkampfstärke.


Starke Entwicklungen im Team

Auch Matvey Leontyev wusste zu überzeugen und sicherte sich in seiner Altersklasse den Bronze-Rang in der Sprintwertung. Gleichzeitig unterstrich er seine Entwicklung eindrucksvoll, indem er erstmals die Minutengrenze über 100 Meter Rücken in 59,67 Sekunden durchbrach und dieses Rennen ebenfalls für sich entscheiden konnte. In den jüngeren Altersklassen wusste zudem Valentin Plewa zu überzeugen. Neben zahlreichen Siegen und Medaillen stellte er in seiner Altersklasse einen neuen Meeting-Rekord über 100 Meter Freistil in 1:00,37 Minuten auf. Zudem sicherte er sich die punktbeste Leistung seiner Altersklasse. In der Gesamtwertung der 25-Meter-Sprintstrecken belegte er über 25 Meter Schmetterling in starken 12,97 Sekunden einen hervorragenden zweiten Platz.


Verbindung zur Spitze

Mit Alexander Bauch stand zudem indirekt ein weiterer Leutzscher ganz oben auf dem Treppchen. Er startet seit einigen Jahren für den DSW12 Darmstadt, lebt und trainiert jedoch wieder in Leipzig und hält den engen Kontakt zu seinem Heimatverein. In Esbjerg gewann er die Wertung für die punktbeste Leistung über alle 25-Meter-Strecken mit einer Zeit von 11,18 Sekunden über 25 Meter Rücken – ein Wert auf absolutem internationalen Spitzenniveau. Fun Fact am Rande: exakt dieselbe Zeit, die auch Hardy Frank über 25 Meter Freistil erzielte. Bauch ist amtierender Deutscher Meister und regelmäßig in Leipzig vor Ort, um seine Erfahrung weiterzugeben und sich gemeinsam mit dem Team auf kommende Wettkämpfe vorzubereiten.


Besondere Geschichte

Eine besondere Anekdote rundet das Wochenende ab: Bereits 2008 stellte Stefan Herbst – Onkel von Ramon Klenz – in Esbjerg einen bis heute bestehenden Rekord über 200 Meter Freistil in 1:44,54 Minuten auf. Damals ebenfalls unter einfachen Bedingungen mit Übernachtung auf Luftmatratzen. Diese Geschichte sorgte im Vorfeld für zusätzliche Motivation – und tatsächlich: Auch 2026 tat dies den Leistungen des Teams keinen Abbruch.


Fazit

Am Ende bleibt ein Wochenende, das weit über reine Ergebnisse hinausgeht. Die vielleicht schönste und auffälligste Entwicklung war zu sehen, wie dieses Team gemeinsam agiert: füreinander einsteht, sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam wächst. Genau dieser Zusammenhalt bildet die Grundlage für zukünftige Erfolge.
Zu den Einzelergebnissen:
Zur Veranstaltungsseite und zum Videostream der Finals

 

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