SSV Leutzsch

© Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2004

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Silberne Sprints - Patricia schießt den Vogel ab

Was wäre eine deutsche Meisterschaft in der Heimatstadt ohne Leipziger Medaillen? Nur halb so schön, sagten sich die hiesigen Nachwuchs-Schwimmer und knieten sich schon am gestrigen ersten Wettkampftag der Jugend-Titelkämpfe richtig rein. Mit drei Medaillen haben sie ihr Soll fast schon erfüllt, hinzu kamen zwei undankbare vierte Plätze.

Die besten Talente des Sportgymnasiums und der Sportmittelschule sind ausgewiesene Sprinter, alle sieben Finalisten starteten über 50 Meter. Und gleich das erste Finale mit Leipziger Beteiligung wurde zumVolltreffer: Christoph Iwan vom SVLok Mitte schlug über 50 m Brust als Zweiter an. Ihm blieb ebenso wie Trainerin KatrinSeitz nicht verborgen, dass beim Anschlag zunächst ein paar Zentimeter bis zur Wand und somit ganze elf Hundertstel zurmöglichen Goldmedaille fehlten. Dennoch überwog eindeutig die Freude beim Vorlauf-Vierten: "Ich wollte unbedingt Dritter werden. Schon Silber ist eine absolute Überraschung für mich", sagte der 14-Jährige, der das Abc des Schwimmens im Heimatverein beiTrainer Hubertus Frömter lernte, ehe er vor dreiJahren an die Sportschule wechselte. Auch der gleichaltrige Vereinskollege Riccardo Prietzsch verpasste die wertvollere Medaille nur hauchdünn, weil er sich über 50 m Rücken ein Duell mit der Bahnbegrenzungsleine lieferte. Dennoch konnte der süddeutsche Meister über Bronze auf Bundesebene jubeln.

Nach denSupersprints der Jungen wollten die Freistil-Mädchen nicht nachstehen. Patricia Vogel vom SVHandwerk schoss mit ihrer Silbermedaille buchstäblich denVogel ab: Schon im Vorlauf war die 13-Jährige erstmals unter 28 s geblieben, im Finale war sie noch einmal schneller. "Sie hat sich in einem Jahr um vier Sekunden gesteigert", unterstrich KatrinSeitz, die im Bereich Schnellkraft mit dem unmittelbar neben der Uni-Halle befindlichen Institut für Angewandte Trainingswissenschaft zusammen arbeitet: "Das hat sich bei Patricia besonders ausgezahlt."

Auf der Tribüne fieberte Patricias Heimtrainer Andreas Bobrzik ganz besonders mit, denn der SVHandwerk ist zum ersten Mal überhaupt bei nationalen Titelkämpfen dabei: "Schon ihre Teilnahme war einRiesenerfolg für uns. Nun holt sie Silber - ich bin sprachlos." Trotz des Erfolges plagen Bobrzik Sorgen. Sein Verein ist von der geplanten Schließung der Halle Antonienstraße besonders betroffen, zumal sich der Neubau der 50-m-Halle an gleicher Stelle immer mehr verzögert.

Frank Schober


Die Sieger, Mädchen, 200 S, Jg. 91: Sina Sutter (Essen) 2:25,67, Jg. 90: Leslie Kahr (Nürnberg) 2:23,28, 100 R, Jg. 91: ChristinZenner 1:07,33 (Hildesheim/stammt aus Plauen!), Jg. 90: Johanna Sommer (Dresden) 1:07,16, 400 L, Jg. 91: Nina Schiffer (Bonn) 5:12,33, Jg. 90: Ulrike Szesni (Brandenburg) 5:07,23, 50 F Jg. 91: Nadine v.d. Boom (Hildesheim) 27,41, 2. Patricia Vogel (SVHandwerk) 27,62, Jg. 90: 1. Carina Hildesheim (Essen) 27,28, 4. Katrin Baumbach (SSVLeutzsch) 27,77.


Jungen, 200 F, Jg. 90: 1. Paul-Phillipp Drobny (Halle) 1:58,37, Jg. 89: Robin Backhaus (Berlin) 1:55,53, Jg. 88: Alibek Käsler (Würzburg) 1:52,01 (Dt. Rekord), 400 L, Jg. 90: Jan DavidSchepers (Oldenburg) 4:36,85 (Dt. Rek.), Jg. 89: Robin Backhaus (Berlin) 4:35,69, Jg. 88: Benedict Bollmann (Afferde) 4:34,44, 50 B, Jg. 90: Marco Koch (Darmstadt) 32,55, 2. Christoph Iwan (LokMitte) 32,66, Jg. 89: Max Werkmeister (Schwedt) 30,96, Jg. 88: Sebastian Schwetzler (Dortmund) 30,13, 4. Manuel Voigt (SCDHfK) 31,24, 7. BenjaminWeidlich (Leutzsch) 31,55, 50 R, Jg. 90: Johannes Kelle (Magdeburg) 28,27, 3. Riccardo Prietzsch 29,33, 7. Erik Brettschneider (beide Lok Mitte) 30,55, Jg. 89: Marius Fußy (Berlin) 29,06, Jg. 88: Marcel Kopmann (Magdeburg) 27,69.


Heute, Vorläufe: 9 Uhr. Finals, 13.30 Uhr: 800 F weiblich. 17 Uhr: 200 B, 100 F, 50 S (jeweils wbl.), 100 S, 400 F, 200 R, 50 F (jeweils männl.).