SSV Leutzsch

© LVZ vom 01.12.2002

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Herbst gewinnt Fernduell

Schanghai/Goslar. Um seinen ersten nationalen Kurzbahn-Titel über 100 m Freistil zu erringen, war Stefan Herbst einfach einige Tausend Kilometer zu weit entfernt vomGeschehen in der Harz-Metropole Goslar. Doch zum schnellsten 100-m-Krauler Deutschlands krönte sich der Leipziger an diesem Wochenende allemal. Der Staffel-Europameister kam gestern beim Weltcup in Schanghai als Zweiter hinter dem Argentinier Meolans auf 48,72 s und war damit im Fernduell 16 Hundertstelsekunden schneller als Meister Torsten Spanneberg.

Damit hielt Stefan Herbst mal wieder die Fahne der Leipziger Schwimmer hoch, denn in Goslar blieb der Bronzerang von Toni Franz (SCDHfK) vom Freitag über 800 m Freistil die einzige Leipziger Medaille. Vielleicht trieb Mutter und Trainerin Eva Herbst ihren Sohn durch einen Zahlendreher zu der starken Leistung. Denn per SMS sendete sie 48,68 statt 48,86 s als zu unterbietende Zeit gen China. Einziger Wermutstropfen: Wie Spanneberg verpasste auch Herbst die EM-Richtzeit des DSV von 48,50 s. So hängt es sowohl vom Verlauf des heutigen zweiten Weltcup-Tages als auch vom Wohlwollen der Funktionäre ab, ob der Leipziger in Riesa an den Start gehen kann. "In gewisser Weise wäre es gar nicht so schlecht, wenn Stefan die EM verpasst. Dann könnte er nach seinerBundeswehr-Grundausbildung endlich mal kontinuierlich trainieren", sagte Eva Herbst mit Blick auf die Qualifikation für die Langbahn-Weltmeisterschaften im Juli in Barcelona.

Auch wenn sich das Fehlen des Leutzschers Stefan Herbst in Goslar stark bemerkbar machte, gab es im Lager der Leipziger einige Lichtblicke. Zu diesen gehörte neben dem vierten Rang der Leutzscher Damen-Staffel über 4x50 m Lagen vor allem der Auftritt der erst 14-jährigen Isabell Fischer vom SCDHfK. Bei ihrer ersten DM-Teilnahme bei den "Großen" schwamm sie sich auf Anhieb ins Finale über 50 m Rücken. Nachdem sie im Vorlauf ihren eigenen deutschen Jugendrekord um neun Hundertstel auf 29,46 s gesteigert hatte, bestätigte sie diese Zeit als Final-Siebte mit 29,52 s. Die Aufregung war Isabell Fischer durchaus anzusehen, als sie mit ihrer knallgelben Ecuador-Badekappe (erstanden beimSchüleraustausch des Sportgymnasiums mit den Südamerikanern) einmarschiert war. Doch dann machte sie ihre Sache gut, überzeugte vor allem mit einer starken Startphase. "Da verliert sie selbst gegen Sandra Völker nur ein kleines Stück", so Trainerin KatrinSeitz, die auf ein spezielles Schnellkraft-Programm mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaften verwies. Bis zur erhofften Jugend-EM-Teilnahme im Sommer bleibt aber für Isabell Fischer und die anderen Leipziger Talente noch viel zu tun.

fs