SSV Leutzsch

© Leipziger Volkszeitung vom 27.11.2003

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Verletzung des Kontrahenten ärgert Stefan Herbst maßlos

Sieben Wettkämpfe auf drei Kontinenten in nur sechs Wochen - StefanHerbst mutet sich derzeit ein Mammut-Programm zu. Vor den heute beginnenden deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Gelsenkirchen ist der Leipziger Weltklasseschwimmer trotz einer gewissen Müdigkeit jedoch guter Dinge: "Immerhin habe ich schon vier Wettkämpfe weg. Und es läuft richtig gut."
Wenn der Mann vom SSVLeutzsch heute ab 8.30 Uhr "auf Schalke" zu den Vorläufen ins Wasser springt, ist er nach seinen drei Weltcup-Triumphen im südkoreanischen Daejon gerade mal 36 Stunden wieder auf deutschem Boden. "Zum Glück habe ich ja dort schon zwei EM-Richtzeiten unterboten. Und ich hoffe auch, dass die 200-Meter-Freistil-Zeit reicht", so der 25-Jährige, der dennoch auf Angriff schwimmen will: "Ich möchte endlich mal Kurzbahn-Meister über 100 und 200 m Freistil werden." Sein bislang einziger Titel auf der 25-m-Bahn (über 50 m Freistil) liegt bereits sechs Jahre zurück. Dass über 100 m Freistil der größte Kontrahent Stephan Kunzelmann (Hannover) gestern wegen eines Bandscheibenvorfalls absagen musste, ärgert StefanHerbst maßlos: "Das schwächt unsere Olympia-Staffel. Über seinen deutschen Rekord vor zwei Wochen hatte ich mich sehr gefreut, weil solche Leistungen nur gut für uns alle sind." Dagegen empfand Herbst die gestrige Nachricht als Schock.
Ruhten die Leipziger Hoffnungen in den letzten Jahren allein auf den Schultern des 2-m-Mannes, so kann er diesmal im (medialen) Schatten vonSandra Völker in relativer Ruhe seine Bahnen ziehen. Gestern stand die Neu-Leipzigerin in Gelsenkirchen erstmals seit ihrem Wechsel in die Messestadt auf einer offiziellen Pressekonferenz Rede und Antwort. Dabei sagte die 29-Jährige, dass ihr die Kurzbahn-Titelkämpfe besonders wichtig sind: "Für mich sind sie ein Test, was die neuen Schwerpunkte mit Höhentrainingslager und vermehrtem Ausdauertraining sowie dem Trainerwechsel gebracht haben." Der Schützling von Jirka Letzin äußerte ein wenig Respekt vor den bevorstehenden achtStarts mit Vorläufen, "denn ich war jetzt schon das zweite Mal innerhalb weniger Wochen erkältet". Wie lange sie ihre Karriere fortsetzt, lässt die DHfK-Schwimmerin offen. Die Kurzbahn-WM in Indianapolis im Oktober 2004 und die Welttitelkämpfe im Sommer 2005 in Montreal reizen sie durchaus. Doch das ist Zukunftsmusik. Ab heute geht es um das Ticket zur Kurzbahn-EM Mitte Dezember in Irland, wo Sandra Völker inklusive der Staffeln in sechs Disziplinen vertreten sein könnte. Dass die weitgereiste Schwimmerin noch nie in Dublin war, ist durchaus auch ein Anreiz.
Frank Schober