SSV Leutzsch

© Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2003

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Sieger-Trainer lobt geschlagenen Außenseiter

Nach dem 3:9 (0:1, 0:3, 0:4, 3:1} des Regionalligisten SSV Leutzsch gegen den Vizemeister Waspo Hannover in der zweiten Runde des deutschen Wasserball-Pokals war Gastgeber-Trainer Rainer Schlippe wieder ganz locker. Noch während der Partie hatte er sich mehrfach über ,die Spielweise seiner Schützlinge geärgert. Sicher hatte der engagierte Coach in diesen Momenten vergessen, was für ein Hochkaräter hier der Gegner war. “Wir haben uns vor allem gegen Nationaltorwart Michael Zellmer schwer getan. Aber ich denke, dass ist auch Kopfsache für die Jungs gewesen, wenn sie plötzlich solch einem Klassemann gegenüber stehen", zog der Leutz-scher Coach Bilanz.

Sein schwergewichtiger Kollege Karsten Weehafer lobte den Drittligisten: “So wie die hier gegen uns aufgetreten sind, steigen sie auf. Da können doch einige richtig gut Wasserball spielen." Sicher Balsam für die Seelen der Leutzscher, die mit dieser Niederlage ihr Ziel fast erreicht hatten. Sie wollten weniger als 20 Treffer kassieren, und mehr als fünf schießen. Mit den selbst erzielten Toren klappte es nicht ganz. Aber sie hatten ja Deutschlands Schlussmann Nummer eins vor sich. Indes nicht zweistellig zu verlieren, ist ein Achtungserfolg. Im ersten Viertel waren die Sachsen fast gleichwertig. Der Leutzscher Keeper Udo Hädicke parierte mehrere harte Würfe. Die Gastgeber waren sogar öfter der Führung nahe. Erst nach 5:50 Minuten schlug es zum 0:1 im SSV-Gehäuse ein. “Ihr müsst eure Konter schneller fahren", zeigte sich Waspo-Trainer in der kurzen Pause zum zweiten Viertel unzufrieden. Seine Männer setzten diese Forderung sofort in die Tat um. Bereits zwölf Sekunden nach Wiederbeginn schloss Lars Thomanek-Tobias einen schnellen Angriff zum 2: 0 ab.

Der Cup-Verteidiger diktierte nun trotz großem kämpferischen Einsatzes der Leutzscher das Geschehen. Typisch der Treffer zum 3:0: Keeper Zellmer fängt einen Wurf sicher, spielt die Kugel blitzschnell zu Lutz Lange, der den Ball auf Thomanek-Tobias weiterleitet und schon schwimmt das Leder im Netz. Genau das hatte der SSV Leutzsch nicht drauf. Sie spielten sich den Ball lange vor dem Kasten der Norddeutschen zu, bis ein Distanzschuss Beute von Torwart Zellmer wurde.

“Die stehen wunderbar in der Zone, um sich dann plötzlich nach vorn zu lösen", lobte SSV-Coach Schlippe den Gegner. Kein Wunder, denn die Norddeutschen trainieren täglich. Aber nicht, weil sie Profis sind. “Die meisten sind Studenten, der Rest übt nach Feierabend", klärt Trainer Weehafer auf.

Im vierten Abschnitt gab er jungen Leuten eine Chance. Die Leutzscher nutzten das und erzielten unter großem Jubel ihrer Anhänger drei Tore durch den Tschechen Petr Biskup (2) und Alexander Hamann. “Eigentlich haben wir alles erreicht", war SSV-Trainer Schlippe am Ende doch richtig zufrieden, “Es war Werbung für unseren Sport, wir hatten mit 180 Zuschauern einen guten Besuch. Und das Ergebnis stimmt auch.
Norbert Töpfer

Leutzsch: Hädicke - Biskup 2, Tuchscherer, Leidolph, Meinhardt, Potyka, Werner, Mrowka, Hamann 1, Docekal, Dittrich, Firmbach, Kersten.