SSV Leutzsch

© Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2003

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Wasserballer vor Finale selbstbewusst

SSV Leutzsch will Regionalmeister Ost werden / Spanien-Rückkehrer Eric Werner Stütze des Teams

Als Eric Werner im Herbst 2002 nach knapp einjährigem Gastspiel in Barcelona wieder für den Wasserball-Regional-ligisten SSV Leutzsch auf Torejagd ging, hätte die Situation in der Mannschaft besser sein können. Die Spielerdecke war dünn wie nie. Die Motivation, nach Görlitz, Plauen, Chemnitz zu fahren, tendierte bei vielen alten Hasen gen null. Die Leutzscher Wasserballer begannen die Saison mit ungewohnt vielen Punktverlusten, doch sie haben die Durststrecke überwunden. Nach und nach erschienen alle Leistungsträger wieder beim Training. Der tschechische Neuzugang Petr Biskup brachte Schwung in die Truppe, der 16-jährige Nachwuchs-Mann Christian Keine fasste Fuß. Nun können die Leipziger am Sonntag im Regionalliga-„Endspiel" beim punktgleichen Spitzenreiter Wasserfreunde Brandenburg mit einem Erfolg sogar den Ost-Titel perfekt machen.
„Die meisten in der Mannschaft sind sogar heiß auf den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga", verrät Eric Werner, der am Sonntag ganz fest mit einem Sieg rechnet. Leutzsch habe zuletzt viel Selbstvertrauen getankt, die Brandenburger schon zwei Mal besiegt (9:5 zu Hause, 8:7 auswärts im Pokalfinale). Das Team fahre mit voller Kapelle zum schwimmerisch starken Spitzenreiter, der jedoch als leicht ausrechenbar gilt. „Wir müssen ihre beiden Besten in den Griff bekommen. Bei uns springt immer ein anderer in die Bresche, wenn es bei jemandem mal nicht so läuft", so der 24-Jährige, der in dieser Saison nur einmal fehlte. Vielleicht gelingt bis zum Wochenende sogar noch ein spektakulärer Blitz-Transfer: Denn Patrick Meinhardt plant nach zwei Bundesliga-Jahren in Würzburg die Rückkehr zu seinen wasserballerischen Wurzeln.
Sportstudent Werner glaubt, durch die harte spanische Erstliga-Schule vor allem körperlich robuster geworden zu sein: „Ich habe auch taktisch viel gelernt. Doch dies können wir in Leipzig nicht umsetzen. Dafür ist unsere Trainingszeit zu begrenzt, sind wir zu selten im Training komplett." Eines weiß er indes: Die Stimmung vor dem Saisonfinale ist bestens. Und wenn die „kollektivbildende Maßnahme" Herrentags-Ausflug gestern im Rahmen blieb, steht einem erfolgreichen Wochenende nichts im Weg.

Frank Schober